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2026 ist Betriebswahlsjahr. Mit dem W.A.F.-Institut sitzt bundesweit gefragtes Know-how zum Thema im Landkreis Starnberg. Seit mehr als 40 Jahren unterstützt das Haus Betriebsräte mit Seminaren und mehr. Laut W.A.F.-Vorstand Nils Friedrich stagniert die Mitarbeiter-Mitbestimmung.

Kampberg – 2026 ist Betriebswahlsjahr. Die Abstimmungen in den Unternehmen müssen zwischen 1. März und 31. Mai stattfinden. Mit dem W.A.F.-Institut sitzt bundesweit gefragtes Know-how zum Thema im Landkreis Starnberg, genau gesagt im Tutzinger Ortsteil Kampberg. Seit mehr als 40 Jahren unterstützt das Haus Betriebsräte mit Seminaren, Webinaren und Fachtagungen. Laut W.A.F.-Vorstand Nils Friedrich stagniert die Mitarbeiter-Mitbestimmung – ausgerechnet in Zeiten von Personalabbau, Fachkräftemangel und wirtschaftlicher Unsicherheit. Im Merkur-Interview erklärt er außerdem, warum Betriebsräte Belegschaft und Geschäftsführung Vorteile bringen können, und räumt mit Mythen, etwa zum Kündigungsschutz, auf.

Herr Friedrich, ist bei Ihnen gerade Seminarhochphase vor den Wahlen?

Ja, in einem Wahljahr merken wir das deutlich. Viele Gremien und Wahlvorstände starten frühzeitig mit der Auffrischung und Organisationsthemen. Gleichzeitig melden sich vermehrt Beschäftigte, die 2026 erstmals kandidieren oder neu in Wahlvorständen mitarbeiten.

Was raten Sie Beschäftigten, die erstmals kandidieren, aber berufliche Nachteile befürchten?

Erstens: informieren. Gerade der besondere Kündigungsschutz existiert, damit Menschen ihr Mandat ohne Angst ausüben können. Zweitens: vernetzen mit erfahrenen Betriebsräten oder kompetenten Beratungsstellen. Drittens: professionell auftreten. Wer sachlich, gut vorbereitet und lösungsorientiert arbeitet, reduziert Konflikte deutlich. Und ich rate, die Kandidatur nicht allein zu tragen, sondern als Team zu denken. Das entlastet und macht stabiler.

Sind Betriebsräte eigentlich gerade in oder out?

Das Gesamtbild aus den großen Erhebungen ist: Mitbestimmung stagniert oder nimmt langfristig eher ab, insbesondere in kleineren und jungen Unternehmen. Gleichzeitig sehen wir punktuell Gründungswellen in Branchen mit starkem Veränderungsdruck durch Restrukturierung, Kosten oder Fachkräftemangel, weil Beschäftigte dort mehr Orientierung und faire Regeln wollen.

Welche Seminare sind derzeit besonders gefragt?

Wir sehen derzeit besonders viel Nachfrage rund um die Themen Restrukturierung, Personalabbau, Beteiligungsrechte, Sozialplan-Grundlagen und Kommunikation. Außerdem sind die Bereiche Arbeitszeit und mobiles Arbeiten gefragt, genau wie Fachkräftemangel, Konfliktprävention und professionelle Zusammenarbeit. Kurz: Viele wollen Sicherheit in schnellen Veränderungsphasen – rechtlich und praktisch.

Sie bieten seit Kurzem das KI-Tool „betriebsrat.ai“ an. Was kann es? Und was nicht?

Es bietet schnelle Orientierung, verständliche Erstinformationen, Verweise auf Gesetzesgrundlagen und Checklisten. Es ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall, keine juristische Prüfung komplexer Sachverhalte und auch nicht die Gremienarbeit.

Welche Vorteile haben eigentlich Unternehmen durch professionell geschulte Betriebsräte?

„Ein geschulter Betriebsrat sorgt für effizientere und professionellere Abläufe. Wenn alle Beteiligten dieselben rechtlichen Grundlagen und Prozesse kennen, wird schneller entschieden, klarer kommuniziert und weniger gestritten. Das schafft Vertrauen, beugt Konflikten vor und stärkt das Unternehmen insgesamt.

In welchen Fällen aus der Praxis haben Betriebsräte denn wirtschaftliche Schäden verhindert?

Es gab schon frühzeitige Einigungen über Arbeitszeit- oder Schichtmodelle, so wurden Produktionsausfälle oder hohe Fluktuationskosten verhindert. Klare Regelungen bei Umstrukturierungen haben teure Rechtsstreitigkeiten und monatelange Blockaden verhindert. Wenn die Prozesse bei Versetzungen oder Umgruppierungen sauber laufen, können Unternehmen Nachzahlungen, Konflikte und Reputationsschäden vermeiden.

Welche Mythen rund um den Kündigungsschutz halten sich hartnäckig?

„Betriebsräte sind unkündbar.“ Kündigungen sind unter bestimmten Voraussetzungen möglich, aber deutlich strenger geregelt. „Wer kandidiert, ist automatisch dauerhaft geschützt.“ Der Schutz ist an konkrete Voraussetzungen und Zeiträume gebunden. Und: „Der Kündigungsschutz ist ein Privileg.“ Er ist vor allem ein Funktionsschutz, damit Mitbestimmung unabhängig möglich bleibt.

Quelle: Merkur

Über die W.A.F.

Die W.A.F. zählt zu den führenden Seminaranbietern für Betriebsräte in Deutschland. Seit über 40 Jahren vermittelt die W.A.F. praxisnahes Wissen im Arbeits- und Betriebsverfassungsrecht – vor Ort, online und mit modernen digitalen Tools. Tausende Betriebsräte nutzen jährlich die Seminare, Webinare und Services der W.A.F., um ihre Aufgaben erfolgreich zu meistern.