Rechte und Pflichten des Betriebsrats gegenüber dem Arbeitgeber - Informationen für den Vorgesetzten

Sie haben in Ihrem Unternehmen einen Betriebsrat – herzlichen Glückwunsch, dass Sie Mitarbeiter haben, die so viel Vertrauen in der Belegschaft genießen, dass sie in den Betriebsrat gewählt wurden.

Zum Download: Informationen für den Vorgesetzten

Die Zusammenarbeit zwischen dem Arbeitgeber und dem Betriebsrat beruht auf einem vertrauensvollen Verhältnis. Und auch wenn Schwierigkeiten bei der praktischen Umsetzung entstehen, möchten wir Ihnen helfen, diese zu lösen. Wir haben im Folgenden Rechte und Pflichten zusammengestellt, die ein Betriebsratsmitglied gegenüber Ihnen als Vorgesetztem hat:

Was hat Vorrang: Die berufliche Tätigkeit oder die Betriebsratsarbeit?

Das Bundesarbeitsgericht beantwortet diese Frage ganz klar: Erst kommt die Tätigkeit im Betriebsrat und an zweiter Stelle steht der Job. Jedes Betriebsratsmitglied hat einen Anspruch, von seinen beruflichen Tätigkeiten freigestellt zu 
werden, um die Betriebsratsarbeit zu erledigen. 

Wer entscheidet über den Umfang der Arbeit für den Betriebsrat?

Nur das Betriebsratsmitglied selbst entscheidet über den Umfang der Arbeit für den Betriebsrat. Es ist nicht vorgesehen, dass der Vorgesetzte eine „Genehmigung“ erteilt. Würde der Betriebsrat in der Erledigung seiner Aufgaben gehindert, wäre dies sogar strafbar!

Wann hat ein Betriebsratsmitglied seine Aufgaben zu erledigen?

Auch hier entscheidet das Betriebsratsmitglied selbst. Allerdings ist das Betriebsratsmitglied verpflichtet, auf betriebliche Termine Rücksicht zu nehmen, also Prioritäten zu setzen und über die Dringlichkeit der Tätigkeit selbst zu entscheiden.

Darf ein Betriebsratsmitglied den Arbeitsplatz ohne Weiteres verlassen?

Im Prinzip ja. Das Betriebsratsmitglied muss sich allerdings so ab- und zurückmelden, wie man das in Ihrem Betrieb allgemein tut. Wir empfehlen, vorab die Ab- und die Rückmeldung vom Arbeitsplatz abzusprechen.

Was gehört alles zur Betriebsratsarbeit?

Zur Betriebsratsarbeit gehört weitaus mehr als nur die Teilnahme an Betriebsratssitzungen. Hierzu zählt z.B. auch die Teilnahme an Betriebsbegehungen, die Teilnahme an Arbeitsgruppensitzungen des Betriebsrats, Sprechstunden, Personalgesprächen, die Vorbereitung von Betriebsratssitzungen, die Arbeit im Betriebsratsbüro, die Lektüre von Fachzeitschriften, die Informationsbeschaffung für die Betriebsratsarbeit (z.B. im Internet, Besuch von 
Fortbildungen usw.).

Fazit

Betrachten Sie die Betriebsratsmitglieder als „Partner“, die, genauso wie Sie, großes Interesse am Wohl der Arbeitnehmer und an Ihrem Betrieb haben.

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